
Wenn der Ofen zur Glättung von Weingläsern zu kalt arbeitet – oder schlimmer noch: ungleichmäßig – dann muss man sich entscheiden, ob man das Produkt als Ausschuss betrachtet oder es noch einmal bearbeiten lässt. Der Stress zeigt sich später in fehlerhaften Produkten während der weiteren Bearbeitung sowie in Rücksendungen wegen Mängeln nach dem Versand. Deshalb muss man den Glättungsofen als ein Steuergerät für den Prozess betrachten – und nicht einfach nur als eine Wärmekammer.
Was wirklich wichtig ist: Wir bauen die Glättungsofen für Weingläser um einen Kurzwellenquarz-Infrarotstrahler herum – dieser ist auf die Eigenschaften des Glases abgestimmt und reagiert schnell. Die Leistungsdichte wird so gewählt, dass das Wärmefeld das gesamte Glas gleichmäßig erwärmt – ohne heiße Stellen oder kalte Bereiche. Ein präziser Regelkreis sorgt dafür, dass die Temperatur innerhalb von ±2°C konstant bleibt. Dadurch werden die Residualspannungen minimiert. Die Strahler sind für eine kontinuierliche Nutzung bei einer Filamenttemperatur von 850–950°C ausgelegt und können tausende von Stunden lang zu voller Leistung arbeiten.
Die Glättung ist ein wichtiger Schritt nach der Formung der Gläser – und dieser Vorgang muss stundenlang wiederholt werden, ohne Ausnahmen. Dieser Ofen ermöglicht es, wiederholbare Ergebnisse zu erzielen – dadurch bleiben die Spannungsmuster konstant und das Verhalten der Gläser beim Schneiden und Polieren vorhersehbar. Die gleiche Technologie kann auch für andere Aufgaben verwendet werden – wie das Erwärmen von Glas beim Biegen, das Trocknen von Beschichtungen oder das Vorklimatisieren für das Laminieren. Dadurch wird die Zeit zwischen den verschiedenen Aufgaben reduziert und die Produktionsleistung bleibt konstant.
Einige wichtige Aspekte im Betrieb: Die Montage und Ausrichtung sind entscheidend. Quarz-Infrarotstrahler vertragen mechanische Belastungen nicht – daher sind stabile Befestigungen und eine gute Wärmedämmung unverzichtbar. Auch eine stabile Stromversorgung ist wichtig – Spannungsschwankungen führen zu Temperaturschwankungen. Wenn der Ofen rund um die Uhr in Betrieb ist, sollte alle drei Monate eine Überprüfung der Anschlüsse und der Strahler durchgeführt werden. Behandle den Ofen wie ein Produktionsmittel – dadurch erhältst du konstante Ergebnisse und weniger Ausschuss.